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Deutscher Theaterpreis „Der Faust“ verliehen
Im Theaterhaus Stuttgart ist am vergangenen Samstag im Rahmen einer Gala mit mehr als 700 Gästen der Deutsche Theaterpreis „Der Faust“ verliehen worden. Ausgezeichnet wurden Künstler in zwölf verschiedenen Kategorien. Regisseurin und Theaterleiterin Brigitte Dethier wurde mit dem Sonderpreis für das Lebenswerk geehrt.
Die internationale Theatercompany Familie Flöz unter der künstlerischen Leitung von Michael Vogel setzte die Preisträger in Szene. Die Show wurde in die Kulisse einer Hinterbühne verlegt. Zur Eröffnung des Abends erklärte Carsten Brosda, Präsident des Deutschen Bühnenvereins: „Zum zwanzigsten Mal steht bei der Verleihung des Deutschen Theaterpreises ‘Der Faust’ ein Abend lang die ganze Vielfalt der Bühnen im Rampenlicht“. Die ausgezeichneten Künstler und Produktionen zeigten die Fülle von Perspektiven und Ausdrucksweisen, „die unsere freie und offene Gesellschaft lebenswert macht“, so Brosda weiter. „Mit dem ‘Faust’ wollen wir diese Vielfalt feiern und verdeutlichen, dass die Bühnen für unsere Gesellschaft unverzichtbar sind.“
„Wir reden darüber, wie eigentlich Empathie, Respekt und Gemeinschaftserlebnisse in einer Gesellschaft möglich sind“, fügte Brosda hinzu. „Wie ist es möglich, sich vorstellen zu können, dass etwas anderes in die Welt kommt als das, was uns im Moment schon umgibt? Alles das kann Theater. Und alles das braucht unsere Gesellschaft momentan.“
Gekürt wurden die Preisträger in den zwölf Kategorien von einer Jury, die von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste benannt wurde. „Zwanzig Jahre Deutscher Theaterpreis ‘Der Faust’ zeigen uns, wie sich Theater in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat“, sagte Hans-Jürgen Drescher, Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. „Es ist offener, vielfältiger, internationaler geworden und sucht die Nähe zu anderen Kunstformen.“
„Neue Ästhetiken haben sich etabliert. Und vor allem: Im Zeitalter der Polykrise ist die Stimme des Theaters mehr denn je gefragt“, so Drescher weiter. „Auch ‘Der Faust’ hat sich verändert. Neue und der gesellschaftlichen Entwicklung angemessene Preiskategorien und zeitgemäße Formen der Preisverleihung tragen dem Wandel Rechnung. Unverändert bleibt allerdings das Plädoyer des Preises für die Wirkmächtigkeit und Strahlkraft des Theaters. Wir freuen uns, dass mit diesem ‘Faust’ auch unsere Kooperation mit dem Deutschen Bühnenverein ihr zwanzigstes Jubiläum feiert.“
Die Preisträger 2025:
Kategorie „Darsteller:in Tanz“
Leroy Mokgatle als „Puck“ in „Ein Sommernachtstraum“, Staatsballett Berlin
Kategorie „Darsteller:in Schauspiel“
Thomas Schmauser als „Hendrik Höfgen“ in „Mephisto“, Münchner Kammerspiele
Kategorie „Darsteller:in Musiktheater“
Bettina Ranch als „Kundry“ in „Parsifal“, Aalto-Musiktheater Essen
Kategorie „Darsteller:in Theater für Junges Publikum“
Sofiia Stasiv als „Sofiia“ in „Mobb“, Theater der Jungen Welt Leipzig
Kategorie „Choreografie“
William Forsythe für „Blake Works V (The Barre Project)“, Hamburg Ballett
Kategorie „Regie Schauspiel“
Jana Vetten für „Nora“, Theater und Orchester Heidelberg
Kategorie „Regie Musiktheater“
Dennis Krauß für „Sleepless“, Die Theater Chemnitz
Kategorie „Regie Theater für Junges Publikum“
Ceren Oran für „Gute Wut“, Schauburg München
Kategorie „Raum“
Nikola Knezevic für „Sancta“, Produktion von Florentina Holzinger/Spirit, Neon Lobster, Mecklenburgisches Staatstheater und Staatsoper Stuttgart
Kategorie „Medien“
Voxi Bärenklau, Stefano Di Buduo, Andrea Familari, Max Hammel, Michael Klein, Arne Körner, Julius Pösselt, Andrea Schumacher, Max Schweder, Mario Simon, Jan Isaak Voges, Robi Voigt für „RCE #RemoteCodeExecution“, Berliner Ensemble
Kategorie „Kostüm“
Korbinian Schmidt für „Sonne/Luft“, Schauspiel Stuttgart
Kategorie „Genrespringer“
Kathi Kraft, Luzia Oppermann und Caspar Weimann für „Myke“, Onlinetheater.live, koproduziert von Hebbel am Ufer, FFT Düsseldorf und Kleintheater Luzern
Sonderpreise:
„Preis für das Lebenswerk“
Brigitte Dethier
„Perspektivpreis der Länder“
eXoplanet #1 - Tage für neues Musiktheater Sachsen-Anhalt, Theater Magdeburg
Impressionen der Gala sowie alle Preisträger und Jurybegründungen sind auf der Webseite des Deutschen Bühnenvereins zu finden. Für alle, die die gesamte Preisverleihung nachschauen möchten, steht in der 3sat-Mediathek die Aufzeichnung bereit. Am 22. November 2025 sendet 3sat zudem die Dokumentation „Der Wert der Kultur - Der Deutsche Theaterpreis ‘Der Faust’“, die beleuchtet, unter welchem Spardruck die Bühnen stehen und wie wichtig ihre Rolle für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt ist.
Der Deutsche Theaterpreis „Der Faust“ 2025 wird vom Deutschen Bühnenverein und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder veranstaltet und durch das Land Baden-Württemberg und die Landeshauptstadt Stuttgart gefördert. Veranstaltungspartner ist das Theaterhaus Stuttgart. Die nächste „Faust“-Preisverleihung ist für den 14. November 2026 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden angesetzt.
(Fotos: Mo Wüstenhagen/Wuestenhagen.Berlin)
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