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FAMA verleiht Messe-Impuls-Preis

FAMA verleiht Messe-Impuls-Preis
FAMA verleiht Messe-Impuls-Preis

Er gilt als wichtigste Auszeichnung für studentische Forschung in der Messe- und Eventbranche: Der Messe-Impuls-Preis, der jährlich vom Fachverband Messen und Ausstellungen (FAMA) vergeben wird, zeichnet Studienarbeiten aus, die von hoher Relevanz für die Praxis sind. Seit 2013 gibt es diesen Preis für angewandte Forschung. In Münster wurde er im Rahmen der FAMA Night anlässlich der Messefachtagung zum dreizehnten Mal verliehen.

 

Ins Finale der beiden besten Einreichungen kamen Leandra Engels und Kathrin Kieferle, zwei Absolventinnen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Ravensburg, die sich mit den Themen Convenience auf Messen und der visuellen Rezeption von Messeständen beschäftigen. Die DHBW Ravensburg bietet seit 1978, ursprünglich als Berufsakademie, den Studiengang Messe-, Kongress- & Eventmanagement an; mit insgesamt 300 Studierenden ist sie der größte Studienstandort der Veranstaltungswirtschaft im deutschsprachigen Raum.

 

Über die Arbeiten von Engels und Kieferle sagt der FAMA-Vorstandsvorsitzende Henning Könicke: „Beide Arbeiten legen den Fokus auf originäre Messefragen - die Aufenthaltsqualität von Messen sowie die Wahrnehmungsprozesse visueller Reize. Trotz digitaler Transformation setzt sich damit der Trend fort, die medialen Merkmale und Spezifika von Messen in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses zu stellen.“ Dies unterstreiche die Bedeutung des Preises für die gesamte Branche: „Gerade im Wettbewerb von analogen und digitalen Medien sind diese Themen von besonderer Bedeutung“, so Könicke.

 

Im Vorjahr war eine Arbeit mit dem Messe-Impuls-Preis ausgezeichnet worden, die sich mit der Wirkung multisensorischer Elemente bei Messeauftritten beschäftigt hatte. Sie zeigte, wie beispielsweise olfaktorische Impulse die Marken-Wahrnehmung bei Messebesuchern erhöhen. In diesem Jahr knüpft Kathrin Kieferle mit ihrer Bachelorarbeit an diese Studie an: Sie konzentriert sich speziell auf visuelle Reize. Im Fokus der von Professor Thomas Bauer betreuten Arbeit steht die Frage, ob und in welcher Weise sich statische und animierte Bildelemente in ihrer Wirkung auf die Messebesucher unterscheiden. Die Relevanz der Themensetzung ergibt sich daraus, dass animierte Bilder, Grafiken und Präsentationen sowie vor allem Videos zwar sehr beliebt sind, aber im Vergleich zu statischen Standelementen in der Regel einen erheblich größeren (finanziellen) Aufwand verursachen. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass die teuren dynamischen Elemente zwar gut geeignet sind, die Aufmerksamkeit von Besuchern zu wecken, dafür aber die Botschaften der kostengünstigeren statischen Elemente intensiver im Gedächtnis hängen bleiben.

 

Leandra Engels dagegen beschäftigt sich in ihrer Bachelorarbeit mit der Aufenthaltsqualität und der daraus resultierenden Kundenzufriedenheit. Dafür untersucht die Duale Studentin, die im studienbegleitenden Praxisteil für die Messe Frankfurt tätig war, in ihrer empirischen Arbeit die Wahrnehmung und Wertschätzung von Serviceleistungen durch Fachbesucher. Theoretische Grundlage der von Professor Stefan Luppold betreuten Arbeit sind die (Kunden-)Zufriedenheitsforschung und die Ergebnisse der Forschung zur Erwartungsbildung. Im Folgenden lässt sie Kunden die Serviceleistungen von Messen mit Hilfe des sogenannten Kano-Ansatzes bewerten. Damit skaliert sie in einem mehrstufigen Verfahren die Serviceleistungen in drei Arten der Kundenwahrnehmung: Erstens Leistungen wie beispielsweise Rolltreppen, die für Kunden als selbstverständlich gelten und nur wahrgenommen werden, wenn sie nicht funktionieren; zweitens Leistungen, die, wenn sie - wie etwa moderne, saubere Toiletten - gut erbracht werden, zur Zufriedenheit beitragen; und drittens Services, die nicht erwartet werden und deshalb besonders begeisternd wirken können - etwa das stylische Interieur eines Messe-Restaurants, ein breites Angebot an Ladestationen für E-Autos oder kostenlose Garderoben. Zwei Wünsche stehen laut Engels auf der Liste von Fachbesuchern weit oben: kostenlose Wasserspender und ein GPS-gestütztes Orientierungssystem.

 

„Beide Arbeiten kennzeichnet ein hohes Praxis-Potenzial“, sagt Prof. Dr. Sven Prüser, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, als Jury-Mitglied des FAMA-Messe-Impuls-Preises. Insgesamt sieben eingereichte Bachelor- und Magisterarbeiten standen in der engeren Auswahl der vierköpfigen Jury, zwei davon kamen ins Finale nach Münster zur Messefachtagung. Hier mussten Engels und Kieferle ihre Thesis im Kreis von Messefachleuten jeweils 45 Minuten lang darzustellen und erläutern - ein klassisches Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem sich Leandra Engels im Finish durchsetzte.

 

Zur Begründung hieß es: „Der Vortrag war mitreißend und überzeugte Publikum und Jury gleichermaßen. Auf einer fundierten Datenbasis wurde gezeigt, auf welche Services besonders geachtet werden soll, damit Messebesucher nach Hause fahren und zur nächsten Veranstaltung wiederkommen und am besten weitere Besucher mitbringen.“ Zur Jury gehörten neben Sven Prüser und Henning Könicke auch Astrid Jaeger, Geschäftsführerin der CloserStill Media Germany GmbH, und Stephan Drescher, Geschäftsführer der Ravensburger Veranstaltungsgesellschaft mbH.

 

Im feierlichen Rahmen der FAMA Night nahmen Engels und Kieferle ihre Urkunden (1. bzw. 2. Platz) sowie 1.000 Euro Preisgeld für die Siegerin aus den Händen von Henning Könicke und der deutschen Skateboard-Legende Titus Dittmann als Ehrengast entgegen. Sponsor der FAMA Night war das Heidelberger Softwareunternehmen Pretix.

 

(Fotos: FAMA)

 

www.fama.de

 

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