Aktuelle News & Schlagzeilen
Neue Studie der IST-Hochschule für Management zeigt Erwartungsgewichtung unterschiedlicher Festivalgäste-Generationen
Was erwarten Menschen unterschiedlicher Altersgruppen von einem Musikfestival? Welche Faktoren beeinflussen ihre Entscheidung zur Teilnahme - und welche spielen kaum eine Rolle? Eine aktuelle Studie der IST-Hochschule für Management liefert Antworten und räumt zugleich mit einigen gängigen Annahmen auf.
Geleitet wurde die Untersuchung von Prof. Dr. Matthias Johannes Bauer, Leiter des Masterstudiengangs Kommunikationsmanagement an der IST-Hochschule für Management in Düsseldorf. Als Kommunikations- und Festivalprofessor forscht und lehrt Bauer mit seinem Team im Bereich von Musik-Open-Airs und Großveranstaltungen.
Entstanden ist die Studie gemeinsam mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Tom Naber und IST-Absolventin Lea Sophie Michel. Die ehemalige Masterstudentin hatte die Daten ursprünglich für ihre Abschlussarbeit erhoben. Daraus wurde nun ein eigenständiges Forschungsvorhaben, das im vergangenen Jahr auch auf mehreren Fachtagungen für Interesse sorgte. Die Studie ist nun in einem wissenschaftlichen Journal erschienen.
Grundlage der Untersuchung war eine Online-Befragung aus dem Jahr 2023 mit über 3.500 Teilnehmern aus Deutschland. Im Zentrum stand die Frage, welche Aspekte bei einem Festivalbesuch aus Sicht der Gäste besonders wichtig sind - von Musik und Atmosphäre über Hygiene, Sicherheit und Nachhaltigkeit bis hin zum Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Daten wurden im Rahmen einer Sekundäranalyse ausgewertet und generationenübergreifend betrachtet, um Unterschiede zwischen den Alterskohorten Babyboomer, Generation X, Y und Z sichtbar zu machen.
„Wir wollten wissen: Gibt es überhaupt grundlegende Unterschiede zwischen den Generationen? Oder überschätzen wir das in der öffentlichen Diskussion?“, sagt Bauer. Tatsächlich zeigten sich in einigen Bereichen zwar Unterschiede, aber oft gar nicht so gravierende - in anderen dagegen überraschende Übereinstimmungen.
Die konkreten Musikacts eines Festivals beispielsweise stehen bei den jüngeren Generationen (über 91 Prozent Zustimmung) oben auf der Prioritätenliste, während nur knapp 78 Prozent der Babyboomer diesen Aspekt als wichtig einstufen. Auch bei der Bedeutung des Preis-Leistungs-Verhältnisses zeigt sich ein Generationseffekt: Besonders die Generation Z bewertet Festivals zunehmend unter ökonomischen Gesichtspunkten - fast 44 Prozent von ihnen geben an, dass ihnen das Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig ist.
Anders verhält es sich mit Themen wie Hygiene und Sauberkeit: Diese Aspekte werden vor allem von älteren Besuchergruppen stark gewichtet. Babyboomer äußerten hier eine deutlich höhere Erwartung an Ordnung und Infrastruktur, während Jüngere eine höhere Toleranz gegenüber improvisierten oder weniger komfortablen Bedingungen zeigten.
Ein besonders aufschlussreiches Ergebnis betrifft die Nachhaltigkeit. Trotz aller öffentlichen Debatten um die ökologische Verantwortung der jungen Generation zeigen die Daten ein überraschendes Bild. „Nachhaltigkeit ist für keine Altersgruppe von zentraler Bedeutung im Hinblick auf den Festivalbesuch“, so Bauer, „interessanterweise für die jüngeren Generationen noch weniger als für die Gen X und die Babyboomer.“
Der Mehrwert für die Praxis ist für den Festivalprofessor von besonderer Bedeutung: „Die Erkenntnisse der Studie bieten Festivalveranstaltenden, Booking-Agenturen und Kulturinstitutionen wertvolle Orientierung, um Angebote künftig passgenauer auf die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen auszurichten - sowohl mit Blick auf jüngere, erlebnisorientierte Besuchende als auch für ältere Zielgruppen, die stärker auf Komfort und Infrastruktur achten.“
SCHLAGZEILEN
news archiv
suche
© 1999 - 2026 Entertainment Technology Press Limited News Stories





