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„Reggae Land“-Hauptbühne mit 500 X-PAR 12Z von GLP bestückt

Beim „Reggae Land“-Festival in der Milton Keynes National Bowl nordwestlich von London kamen 500 GLP X-PAR 12Z auf einer einzigen Bühne zum Einsatz. Die Scheinwerfer wurden hinter Videoflächen „versteckt“, die an den Ecken aufklappten und sie freilegten. So hatte an zwei Tagen mit insgesamt 100.000 Besuchern jeder Act auf der Hauptbühne seine eigene Lichtshow, auch bei vollem Tageslicht.

 

„Strahlend blauer Himmel, brütende Hitze - und trotzdem hatten wir eine Lichtshow“, berichtet Nick Jevons, Lichtdesigner und Mitgründer des zuständigen Designstudios Auratecture. Auratecture ist das Licht- und Produktionsdesignstudio von Ross Chapple und Nick Jevons. Es hat sich auf stilistisch markante, designorientierte Bühnenkonzepte für Konzerte, Tourneen und Live-Events spezialisiert und geht das Lichtdesign aus architektonischer Perspektive an: Form, Gestalt und Narrativ bilden das Rückgrat jeder Arbeit.

 

Jevons ist seit mehr als drei Jahrzehnten als Lichtdesigner tätig. Er begann als Tour-LD, bevor er sich auf Festival- und Corporate-Design verlegte. Chapple lernte das Handwerk in Jevons’ eigener Produktionsfirma und gestaltete anschließend acht Jahre lang die Shows von Eric Prydz. Seit einigen Jahren arbeiten die beiden bei Auratecture wieder zusammen.

 

Die Veranstalter von „Reggae Land“ kamen mit einem klaren Auftrag. Nach sechs bis acht Jahren hatte sich das Festival auf einem bestimmten Niveau eingependelt, und 2026 sollte einen echten Schritt nach vorn markieren. Jevons und Chapple reagierten darauf mit rund achtzig Prozent mehr Videofläche und der doppelten Anzahl an Scheinwerfern.

 

Jevons selbst kannte das Festival vorher nicht. „Dabei ist es inzwischen das größte Reggae-Festival der Welt“, sagt er. „Wir hatten zwei Tage, beide ausverkauft. Die Veranstalter wollten, dass wir das Ganze auf ein neues Level heben, und genau das haben wir getan.“ Auratecture schlug keine Bühne vor, auf der Technik steht, sondern ein einziges, in sich geschlossenes Objekt.

 

„Wir wollten etwas Großes, Mutiges, das wirklich heraussticht“, so Jevons. „Schon bevor es eingeschaltet ist, soll man davorstehen und denken: ‘Wow, sieht das gut aus - ich kann es kaum erwarten, das im Dunkeln zu sehen!’ Die Idee war, dass sich das Video von den Bühnenseiten her ‘abschält’ und riesige Lichtflächen freilegt. Man trägt eine Schicht nach der anderen ab, und hinter jeder kommt etwas anderes zum Vorschein.“

 

Hinter diesen sich lösenden „Video-Schichten“ saßen die GLP X-PAR 12Z. Das IMAG lief nicht wie üblich über 16:9-Screens links und rechts der Bühne; stattdessen spannte sich eine durchgehende Videofläche über die gesamte Breite, reichte von der Oberkante bis zum Bühnenboden, legte sich um die Bühne herum und setzte sich nach hinten fort. Wo das Video an den Ecken zurückwich, kamen dicht an dicht die Scheinwerfer zum Vorschein. Dasselbe Prinzip übertrug Auratecture auf die vier Delay-Türme im Bowl: Video, Scheinwerfer und PA-Hänge verschmolzen dort zu einer einzigen umhüllten Struktur.

 

Für Jevons ist genau das der Punkt, an dem man von Produktionsdesign sprechen kann. „Alle Elemente einer Produktion waren zu einem stimmigen, schönen Ganzen verbunden, fürs Auge wie fürs Ohr“, sagt er. „Viel zu oft buhlen die Gewerke um Aufmerksamkeit. Hier war alles aus einem Guss.“

 

Dass es 500 Scheinwerfer brauchte und nicht nur einen Bruchteil davon, liegt am Tageslicht. Bei einem Festival dieser Länge spielt nur der Headliner in völliger Dunkelheit. Der Act davor bekommt davon vielleicht noch zwanzig Minuten ab. Alle anderen stehen in der Sonne auf der Bühne.

 

„Die Herausforderung lautete: Wie bekommt man auf einem Festival tagsüber eine Lichtshow hin?“, erklärt Jevons. „Die meisten Acts treten bei Tageslicht auf. Video ist so hell und kraftvoll, dass die Scheinwerfer direkt daneben genauso hell sein mussten, um mithalten zu können. Wir wollten eine dicht bestückte Fläche voller Scheinwerfer, und die musste auch am Tag wirken.“

 

Die Scheinwerfer liefen durchgehend mit maximalem Zoom, über die gesamte Fläche zogen sich Farbverläufe. „Es ging nicht um die Beams, sondern um die Farben“, so Jevons. „Mit dem Haze verschmolzen sie zu einer einzigen Farbmasse, genau diese Sättigung wollten wir. Und es hat einfach funktioniert. Es war unglaublich hell.“

 

Zwei weitere GLP Scheinwerfer rundeten das Bild ab. Der Impression X5 lieferte aus Trimmhöhen von 13 bis 14 Metern den Haupt-Wash auf der Bühne, mit genug Leistung, um sich gegen die Videowand im Hintergrund durchzusetzen. JDC Burst 1 säumten den gesamten Catwalk und dienten dort nicht nur als Strobes, sondern auch als Washlights. Tagsüber waren sie ins Publikum gekippt, ihre Plate-Effekte fügten sich ins Gesamtdesign ein. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden sie zurück auf die Bühne gerichtet und leuchteten die Acts aus, wenn diese sich über den Steg ins Publikum bewegten.

 

Das Festival, für das PRG das Equipment lieferte, lief laut GLP nahezu störungsfrei, lediglich zwei der 500 X-PAR 12Z mussten ausgetauscht werden. Im kommenden Jahr soll Auratecture nicht nur die Hauptbühne, sondern das gesamte Festival gestalten.

 

(Fotos: NJ Designs)

 

www.glp.de

 

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