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Panelrunde beim Green Tech Day des VTFF begrüßt Investitionspakt und fordert schnelle Umsetzung

Panelrunde beim Green Tech Day des VTFF begrüßt Investitionspakt und fordert schnelle Umsetzung
Panelrunde beim Green Tech Day des VTFF begrüßt Investitionspakt und fordert schnelle Umsetzung

Beim Green Tech Day des Verbands der Technischen Betriebe für Film und Fernsehen (VTFF) verfolgten am 16. Februar 2026 rund 260 Zuhörer im vollbesetzten Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zwei Panels, auf denen über die derzeitige Situation der Film- und Fernsehindustrie diskutiert wurde.

 

Vor den Diskussionen begrüßte VTFF-Geschäftsführer Achim Rohnke den Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer. Weimer war die treibende Kraft hinter einem Investitionspakt, der künftig Streamer und Sender zu Investitionen in den Filmstandort Deutschland verpflichten soll. In diesem Zusammenhang lobte der Minister besonders die engagierte Rolle des VTFF beim Zustandekommen des aktuellen Kompromisses.

 

Weimer sehe schon jetzt positive Auswirkungen der Initiative, die nur in Eckpunkten vorliegt und noch im Bundeskabinett beschlossen werden muss: „Wir haben durch die Erhöhung der Förderquote auf 30 Prozent schon jetzt bis zu 35 Prozent mehr Anträge bei der Filmförderung.“ Mit der endgültigen Verabschiedung eines Investitionsverpflichtungsgesetzes mit Öffnungsklauseln für individuelle Branchenvereinbarungen rechne er „wahrscheinlich im Herbst“. 

 

Die 250 Millionen Euro Fördermittel, von denen die Hälfte bislang durch das Bundesfinanzministerium geblockt waren, würden schnellstens freigegeben und seien auch langfristig gesichert. „Es wird in den nächsten Jahren sehr viel besser werden“, so Weimers Prognose für den Produktionsmarkt Deutschland. Nach der Politik sehe er jetzt die Film- und TV-Branchen am Zug: „Die Studios müssen investieren, die Produzenten loslegen“. 

 

Achim Rohnke verwies in diesem Zusammenhang auf die angespannte Kapitalkraft von Produktions- und Dienstleistungsunternehmen. Es müsse eine Verstetigung der Produktionstätigkeit gelingen, damit sich Investitionen in neue Technologien amortisieren können.

 

In der anschließenden, von Journalist Christian Meier moderierten Diskussion „Wieder im Rennen - wird der Produktionsstandort Deutschland im europäischen Wettbewerb aufschließen?“ wurde der Investitionspakt von den Experten fast einhellig als Initialzündung begrüßt. „Die Hängepartie ist vorbei, wir können nach vorne schauen und müssen so schnell wie möglich handeln“, erklärte Jörg Bachmaier, Vorstandvorsitzender von Studio Babelsberg. Alles hänge jetzt von der Ausgestaltung des Gesetzes und seiner konkreten Umsetzung ab, war sich die Runde einig. 

 

„Wir müssen zu Modellen kommen, die für beide Seiten wirtschaftlich sind“, erklärte Inga Moser von Filseck, Head of Media Policy des Streamers Amazon, die das kommende Gesetz noch kritisch sieht. Jolinde Sawahn, stellvertretende Vorständin Förderung bei der Filmförderanstalt (FFA), kündigte an, die „historisch gewachsenen“ Förderrichtlinien zu vereinfachen.

 

Auch die noch zu treffenden Branchenvereinbarungen dürften nicht zu kompliziert sein. Dies erfordere die Initiative aller Stakeholder. „Wenn alle sich einbringen, bin ich zuversichtlich“, so Sawahn. Michael Polle, Geschäftsführer und Produzent von Polle Hofmann Pictures betonte, dass die Förderinstrumente DFFF und GMPF nur durch eine zügige Richtlinienanpassung wieder wettbewerbsfähig würden.

 

Sven Pannicke, Managing Director des Visual-Effects-Studios Rise und VFX-Vorstand im VTFF, drängte mit Hinweis auf die prekäre Situation der technisch-kreativen Dienstleister zur Eile: „Was mir Sorgen macht, ist die Zeitschiene. Das nächste Jahr ist für viele Dienstleister zu spät. Bis dahin gehen bei vielen Unternehmen die Lichter aus.“ Er plädierte für eine „Übergangslösung“, die die Zeit vor der endgültigen Verabschiedung der Richtlinien überbrücken solle.

 

Die Revitalisierung des Filmstandortes Deutschland sah die Runde als Aufgabe der gesamten Branche. „Lasst uns so schnell wie möglich den Gesetzestext sehen und uns gegenseitig abstimmen“, forderte Thomas Schreiber, Geschäftsführer der Degeto. „Wir können das nur gemeinsam stemmen. Es geht nur miteinander und nicht gegeneinander.“ Das Allerwichtigste sei jedoch, „dass der unerträgliche Limbo vorbei ist“, so Helge Albers, Chef der Moin Filmförderung aus Hamburg. „Wir brauchen europaweit einheitliche ökologische Standards. Da müssen wir hin!“

 

Im zweiten großen Panel des Green Tec Day - „Grenzenlos grün? Nachhaltigkeit bei internationalen Koproduktionen“ - zogen Experten aus Deutschland, Frankreich, Österreich und Schweden eine positive Bilanz: Die Bestrebungen einzelner europäischer Länder, durch Einführung ökologischer Standards die CO2-Emissionen von audiovisuellen Produktionen zu reduzieren, zeigten überall Erfolg. Als Ziel formulierte das Podium die Harmonisierung dieser unterschiedlichen nationalen Regelungen hin zu einem einheitlichen europäischen ökologischen Standard.

 

Zu der Diskussion hatte der Arbeitskreis Green Shooting eingeladen. Carl Bergengruen, Leiter des Arbeitskreises, führte aus, was mit der Einführung von deutschen ökologischen Standards in 2022 durch den Arbeitskreis erreicht werden konnte. Die deutsche Film- und TV-Branche würde bei allen Genres, von der Kochshow bis zum Spielfilm, etwa durch Vermeidung von Flügen, Einweggeschirr und Diesel-Generatoren sowie den Einsatz von Ökostrom und vielen weiteren Maßnahmen ihre CO2-Emmissionen deutlich reduzieren. 

 

Der Arbeitskreis und die deutsche Filmförderung setzten sich aktiv für eine Harmonisierung aller europäischen ökologischen Standards ein: „Internationale Film- und TV-Koproduktionen brauchen europaweit einheitliche ökologische Standards, kein Nebeneinander von unterschiedlichen Regelungen“, so Bergengruen.

 

„Die deutschen ökologischen Standards haben uns sehr inspiriert“, erklärte Patrik Axén, Initiator der gemeinsamen Nordic Ecological Standards, die in Schweden, Dänemark, Island, Norwegen und Finnland Anfang des Jahres eingeführt wurden. Eine Vereinheitlichung hin zu einer europäischen Lösung sei als mittelfristiges Ziel geeignet. 

 

„Wir brauchen bei Filmproduktionen eine Kultur der Nachhaltigkeit mit mehr Trainings für die Filmcrews und mehr Green Consultants“, forderte Alissa Aubenque, Directrice des Opérations et de L’international Ecoprod, aus Frankreich. Es gebe in Frankreich leider zwei ökologische Standards für audiovisuelle Produktionen. Den ersten habe die Branche, den zweiten die nationale Fördereinrichtung CNC erlassen und zur allgemeinen Fördervoraussetzung gemacht. Eine Angleichung dieser beiden Standards sei wünschenswert, ebenso eine gegenseitige Anerkennung des unterschiedlichen Regelwerks aus verschiedenen Ländern.

 

Es müsse „mehr Solidarität und engere Kooperationen“ über alle europäischen Länder hinweg geben, ergänzte Nina Hauser, Nachhaltigkeitsbeauftragte des Österreichischen Filminstituts: „Wir müssen mehr über Strategie nachdenken, nicht nur über Standards“. 

 

Melina Grahovac, Green Consultant der internationalen Koproduktion „Keep Her Quiet“, berichtete von der in vier europäischen Ländern (Schweden, Österreich, Schweiz und Deutschland) realisierten Produktion. Die Einhaltung von verschiedenen europäischen Standards in diesen Ländern sei für die Produktion eine große Herausforderung gewesen. „Ein einheitlicher europäischer Standard ist unbedingt wünschenswert“, fügte sie hinzu.

 

Moderiert wurde das Panel vom Green-Shooting-Experten Philip Gassmann, Professor an der HFF München.

 

(Fotos: Dirk Bleicker)

 

www.vtff.de

 

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