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Krieg am Golf hat Konsequenzen für deutsche Unternehmen auf Auslandsmessen
Die jüngste militärische Eskalation in der Golf-Region wirkt sich auf die Auslandsmessaktivitäten der deutschen Wirtschaft aus. Dies berichtet der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA).
Seit Beginn der Kämpfe im Iran und den arabischen Nachbarstaaten werden Messen in der Golf-Region verschoben - mit direkten Folgen für die gemeinsamen Messeauftritte deutscher Unternehmen. Stand heute werden bereits acht deutsche Gemeinschaftsstände auf Messen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien, die ursprünglich für April und Mai 2026 geplant waren, auf die zweite Jahreshälfte verschoben.
Dies geht aus einer ersten Analyse des Verbandes der deutschen Messewirtschaft hervor, der die Auslandsmesseaktivitäten der deutschen Wirtschaft im Auslandsmesseprogramm (AMP) des Bundeswirtschaftsministeriums koordiniert. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien gehörten zu den derzeit wichtigsten Zielmärkten des Förderprogramms für kleine und mittelständische deutsche Unternehmen. In diesem und dem kommenden Jahr seien in der Krisen-Region jeweils 31 deutsche Gemeinschaftsstände auf Messen vorgesehen.
2027 sollen 191 geförderte Beteiligungen in 42 Ländern realisiert werden. Das sind 31 Beteiligungen weniger als in diesem Jahr, ein Minus von vierzehn Prozent. Grund für die Schrumpfung seien gekürzte Bundesmittel: Das Budget soll von 44 Millionen Euro auf 42,3 Millionen Euro sinken. Derweil seien die Kosten für Auslandsmesseteilnahmen in den vergangenen Jahren um bis zu vierzig Prozent gestiegen. Der AUMA warnt vor den Folgen dieses Negativtrends für die exportorientierte Wirtschaft.
„Die schleichende Schrumpfung des bewährten AMP ist ein völlig falsches Signal für die unter Druck stehende Exportnation Deutschland und den heimischen Mittelstand“, sagt AUMA-Geschäftsführer Jörn Holtmeier. „Die Kürzung steht im Widerspruch zu dem im Koalitionsvertrag erhobenen Anspruch, die Instrumente der Außenwirtschaftsförderung finanziell zu stärken. Mehr als dreißig Messebeteiligungen weniger bedeuten rund 20.000 Geschäftschancen weniger. Die deutsche Messewirtschaft fordert die Aufstockung des AMP auf 49 Millionen Euro, damit deutsche Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten neue Absatz- und Beschaffungsmärkte erschließen können.“
Wichtigste Weltregion der staatlichen Förderung bleibt 2027 Süd-Ost-Zentralasien mit rund siebzig Messebeteiligungen, gefolgt vom Nahen und Mittleren Osten und Nordamerika. Die wichtigsten Einzelländer sind die USA (27 Beteiligungen), die Vereinigten Arabischen Emirate (23), China und Indien (je fünfzehn) sowie Saudi-Arabien und die Türkei (je acht). Der Bund übernimmt rund fünfzig Prozent der direkten Messekosten, alle weiteren Ausgaben tragen die ausstellenden Unternehmen selbst.
Studien belegen laut AUMA die hohe Wirksamkeit des Programms: Jeder investierte Steuer-Euro generiere im Schnitt 216 Euro Wertschöpfung und trage zur Sicherung von Produktion, Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen in Deutschland bei. Pro Messebeteiligung erzielten die geförderten Unternehmen fünf Neukunden oder Geschäftsabschlüsse.
Jährlich nutzen bis zu 5.000 deutsche Unternehmen diese Unterstützung des Bundes. Seit dem Start des Programms 1949 haben mehr als 215.000 kleine und mittelständische Unternehmen auf diese Weise an Auslandsmessen teilgenommen.
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