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VTFF: „Die Diskussion ist noch nicht abgepfiffen“
Die flexible Investitionsverpflichtung für Streamer und Sender sowie die neuen Richtlinien für die Fördertöpfe des Bundes standen im Mittelpunkt der Frühjahrstagung des Verbandes der Technischen Betriebe für Film und Fernsehen (VTFF) am 4. Mai 2026 im DHL Innovationcenter Troisdorf bei Köln.
Keynote-Speaker war Nathanael Liminski, Chef der Staatskanzlei und Medienminister des Landes Nordrhein-Westfalen. VTFF-Geschäftsführer Achim Rohnke kündigte an, in der Diskussion um das Investitionsverpflichtungs-Gesetz weiter für die Positionen der technisch-kreativen Dienstleister zu kämpfen.
In seiner Keynote strich Liminski vor den VTFF-Mitgliedern die Notwendigkeit eines funktionierenden Ökosystems aus Sendern, Streamern, Produzenten und technisch-kreativen Dienstleistern heraus. Der Fokus dürfe nicht nur auf der Produktion von Blockbustern liegen, sondern müsse auch mittlere und kleinere Film- und Serienprojekte berücksichtigen: „Um unsere Infrastruktur auszulasten und unser Innovationspotential weiter entwickeln zu können, brauchen wir die mittelgroßen Produktionen.“
Liminski wies auf die besondere Bedeutung der technisch-kreativen Dienstleister der Film- und Fernsehbranche hin: „Sie sind die Menschen, die ihr Handwerk verstehen, die durch Technik, Präzision, Kreativität und ihre Investitionen in die Unternehmen es erst möglich machen, dass Geschichten in Film und Fernsehen erzählt werden.“ Er wisse, dass das Fahrwasser rauer geworden sei, und dass „die technisch-kreativen Dienstleister und Studios, die in diesem Land verwurzelt sind, diese Lage unmittelbar spüren“.
Gegenüber dem weiteren Fortgang der Reform der Filmförderung zeigt sich der Medienpolitiker vorsichtig optimistisch. Den inzwischen publik gewordenen Referentenentwurf für die Investitionsverpflichtung für Sender und Streamer in den deutschen Film- und Fernsehmarkt (Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetz) bezeichnete Liminski als „guten Startpunkt und das Beste aus beiden Welten“. Und weiter: „Wir haben erstens einen tragfähigen Kompromiss zur Investitionsverpflichtung und dazu zweitens eine nahezu verdoppelte Fördersumme von 250 Millionen Euro.“
Das sei in Zeiten von Haushaltskürzungen in sehr vielen Bereichen und wirtschaftlicher Rezession „durchaus bemerkenswert“. Jetzt sei es wichtig, dass „die Branchenvereinbarungen so ausgestaltet werden, dass tatsächlich in den Produktionsstandort Deutschland investiert wird - mit dem Sicherheitsnetzeiner gesetzlichen Mindestquote“, so Liminski. Zweitens bekomme die Branche jetzt angepasste Richtlinien für die Anreizförderung des Bundes mit „deutlich niedrigeren Einstiegsschwellen“. Dafür habe sich Nordrhein-Westfalen besonders eingesetzt.
Liminski betonte in einer Q&A-Session mit Achim Rohnke, dass er die genannten Gesetzesvorhaben nur als Teil des gesamtes Reformprozesses der Filmförderung sieht: „Das, was jetzt in Berlin vorgelegt worden ist, ist der Anfang. Das ist aber kein Abpfiff der Diskussion.“
Dass eine Investitionsverpflichtung zu mehr Wachstum führen kann, zeigte die Strategieberaterin Andrea Zuska den versammelten VTFF-Mitgliedern in einer Studie über die ökonomische Welt der Streamer in Europa. Die Einführung einer Invest-Verpflichtung für die globalen Streamer 2021 in Frankreich habe in einem stagnierenden Markt zu Wachstum geführt, so Zuska.
Achim Rohnke kündigte an, dass sich der VTFF in die Debatte um das Gesetzgebungsverfahren, das bis Ende 2026 laufen wird, vehement einbringen werde. „Wir werden darum kämpfen, dass der VTFF als führender Verband der technisch-kreativen Dienstleister und nicht nur die Verbände der Hersteller bei den anstehenden Verhandlungen mit den Streamern und Sendern mit am Tisch sitzen“, so Rohnke.
(Foto: Robin Teller)
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