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Körber Studio Junge Regie zeichnet Elisa Künast und Niyousha Azari aus

Körber Studio Junge Regie zeichnet Elisa Künast und Niyousha Azari aus

Beim Theaterfestival Körber Studio Junge Regie (KSJR) haben Studierende deutschsprachiger Regiehochschulen im Thalia in der Gaußstraße sowie am Campus Barmbek, dem Standort der Theaterakademie Hamburg, ihre Inszenierungen und künstlerische Arbeitsweisen des Theaternachwuchses präsentiert.

 

Als Laboratorium für neue Theaterformen macht das Festival unterschiedliche ästhetische Ansätze sichtbar und eröffnet Austausch über Inszenierungsweisen und Arbeitsprozesse. Das Festival gilt als wichtigste Plattform für den Regienachwuchs im deutschsprachigen Raum. Die fünfköpfige Jury diskutierte im Anschluss an die letzte Vorstellung öffentlich im Thalia in der Gaußstraße über die gezeigten Inszenierungen. Zur Jury gehörten in diesem Jahr Janis El-Bira (Theaterjournalist, u.a. „Nachtkritik“, Deutschlandfunk Kultur), Tamira Kalmbach (Regisseurin, Teilnehmerin KSJR 2025), Kathrin Tiedemann (Künstlerische Leitung FFT Düsseldorf), Johanna Vater (Dramaturgin Thalia Theater) und Kay Voges (Regisseur, Intendant Schauspiel Köln).

 

Die 22. Ausgabe des KSJR endete mit der Verleihung des Jurypreises an Elisa Künast von der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt für die Inszenierung „Ich vermisse sie halt schon - oder: Die ostdeutsche Fassung bewahren“. Die Jury zur Entscheidung: „Theater ist am schönsten, wenn es bereit ist, alle Sicherheiten hinter sich zu lassen und dem geordneten Chaos die Tür zu öffnen. Elisa Künast wagt mit ihrer Inszenierung ‘Ich vermisse sie halt schon - oder: Die ostdeutsche Fassung bewahren’ über das Szenario eines Wohnungsumzugs die Annäherung an ein verschwundenes Land. Dabei basiert die Inszenierung vor allem auf Interviews mit der Mutter und Großmutter der in Jena geborenen Regisseurin. Während das Publikum der Performerin Anna Stiede dabei hilft, die Objekte ihrer Erinnerung an die DDR zu sortieren und in Umzugskisten zu packen, transformiert sich der gesamte Bühnenraum in ein Wimmelbild des kollektiven Abschiedsprozesses. Ein Abend von großer Leichtigkeit, den man als gewandelte Gemeinschaft verlässt.“

 

Künast-Inszenierungen waren zuletzt unter anderem am Saarländischen Staatstheater, am Mousonturm und beim Plug&Play Festival in Mainz zu sehen. Sie ist seit 2023 Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Der mit einem Produktionskostenzuschuss von 10.000 Euro dotierte Preis der Körber-Stiftung unterstützt die Gewinnerin bei einer neuen Regiearbeit an einem Stadt- oder Staatstheater bzw. alternativ in der Freien Szene.

 

Insgesamt dreizehn Inszenierungen waren während des Regieschultreffens vom 27. bis 31. Mai 2026 im Thalia in der Gaußstraße und am Campus Barmbek zu sehen. Neben den Theaterhochschulen aus München (Otto-Falckenberg-Schule und Theaterakademie August Everding), Hamburg, Berlin, Essen, Frankfurt, Hildesheim, Gießen, Ludwigsburg, Wien, Zürich und Salzburg nahm die Faculty of Dramatic Arts (FDA) der Universität Belgrad, Serbien, als internationale Gasthochschule außerhalb des Wettbewerbs teil.

 

Das KSJR 2026 wurde auch vom Publikum mit großem Interesse verfolgt: Über 2.400 Besucher sahen die dreizehn Vorstellungen, was einer Auslastung von 99 Prozent entspricht. Der undotierte Publikumspreis geht in diesem Jahr an „Postharãm“; Regie führte Niyousha Azari von der Theaterakademie Hamburg. Azari, geboren 2001 in Teheran, studiert Regie Schauspiel an der Theaterakademie der HfMT Hamburg. Zuvor studierte sie im Iran Schauspiel. Ihre interdisziplinären Arbeiten bewegen sich zwischen Theater, Performance, Tanz und Installation.

 

Das KSJR ist ein Gemeinschaftsprojekt des Thalia Theaters, der Körber-Stiftung und der Theaterakademie Hamburg unter der Schirmherrschaft des Deutschen Bühnenvereins.

 

Fotos: Elisa Künast mit Eva Nemela (Körber-Stiftung); Niyousha Azari mit Barbara Müller-Wesemann (Theaterakademie); KSJR-Festivaljury. (Fotocredits: Studio Fabian Hammerl)

 

www.buehnenverein.de

www.hfmt-hamburg.de

www.koerber-stiftung.de

www.thalia-theater.de

 

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