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Nominierungen für Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ 2026 bekanntgegeben

Mehr als sechzig Einzelkünstler und Kollektive sind in diesem Jahr für den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ nominiert. Die Preisträger werden im Rahmen einer Gala am 14. November 2026 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden ausgezeichnet. 

 

Veranstaltet wird der Theaterpreis vom Deutschen Bühnenverein und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder. Die künstlerische Leitung der diesjährigen Preisverleihung übernimmt Regisseur Sebastian Nübling.

 

Die Arbeit von Künstlern lebe „von der Freiheit, durch Kunst anzuregen und aufzuregen“, sagt Carsten Brosda, Präsident des Deutschen Bühnenvereins und Hamburgs Senator für Kultur und Medien. „Damit geben sie der Gesellschaft die Möglichkeit, sich mit unserem Miteinander und unterschiedlichen Perspektiven auseinanderzusetzen und so eine Vision für die Zukunft zu entwickeln.“

 

„Diese Freiheit gilt es zu stärken und zu schützen, um die gesamte Bandbreite künstlerischer Formen zu bewahren und gestalterischer Kraft Raum zu geben“, so Brosda weiter. Die diesjährigen Nominierungen für den „Faust“ belegten, dass Künstler „keine politischen oder staatlichen Leitplanken, entlang derer sie Geschichten oder Bilder zu produzieren haben“ benötigten. Wer der Freiheit der Kunst und den Künstlern vertraue, entdecke „die Schönheiten eines demokratischen Miteinanders“.

 

Der hessische Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels ergänzt: „Wir sind sehr stolz, dass der Deutsche Theaterpreis ‘Der Faust’ im November bei uns in Hessen Station macht und sich die Theaterwelt im Staatstheater Wiesbaden trifft, um die besten Künstlerinnen und Künstler der vergangenen Spielzeit zu feiern. Dabei geht es um Grundlegendes: Das Theater stellt sich selbst permanent auf die Probe, experimentiert mit immer anderen Arten künstlerischen Ausdrucks und forscht nach neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit in einem künstlerischen Betrieb. Und es hat die Kraft, die Parameter unseres Zusammenlebens auf kreative Art zu befragen und zu verhandeln, in jeder Vorstellung aufs Neue.“

 

„Das Theater steht dabei wie keine andere Institution für Offenheit, Vielfalt und Toleranz“, fährt Gremmels fort. „Aufgabe der Politik ist es, diese Prozesse zu ermöglichen, Freiräume dafür zu schaffen und die Handelnden darin zu bestärken. Wenn sich also die wichtigsten Akteurinnen und Akteure des Theaterlebens in Wiesbaden zum ‘Faust’ treffen, ist dies auch ein starkes Bekenntnis zur Kraft des Theaters.“

 

Wiesbadens Dezernent für Finanzen, Schule und Kultur, Hendrik Schmehl, betont: „Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte zunehmend herausgefordert werden, setzt der Preis ein wichtiges Zeichen und rückt zugleich die Werte von Vielfalt, Freiheit und Toleranz in den Mittelpunkt unseres demokratischen Gemeinwesens.“

 

Die Nominierten für den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ 2026:

Kategorie „Darsteller:in Tanz“

- Ensemble Unusual Symptoms/Tanzbar Bremen in „The Tide“ (Theater Bremen; eine Kooperation mit Tanzbar Bremen)

- Nora Monsecour in „Facade“ (Staatstheater Mainz/Tanzmainz)

- Martino Semenzato als Franz Kafka in „Oh Dear“ (Das Stuttgarter Ballett)

 

Kategorie „Darsteller:in Schauspiel“

- Shirin Ali als Hamlet in „Hamlet“ (Nationaltheater Mannheim)

- Paulina Alpen als Thomas Melle in „Die Welt im Rücken“ (Schauspiel Stuttgart)

- Jens Harzer in „De Profundis“ (Berliner Ensemble)

 

Kategorie „Darsteller:in Musiktheater“

- Ambur Braid als Katerina Lwowna Ismailowa in „Lady Macbeth von Mzensk“ (Komische Oper Berlin)

- Richard Glöckner als Algernon in „Mein Freund Bunbury“ (Eduard-von-Winterstein-Theater)

- Nadine Lehner als Renata in „Der feurige Engel“ (Theater Bremen)

 

Kategorie „Darsteller:in Theater für Junges Publikum“

- Daniela Mohr in „Heimsuchung“ (Theater im Marienbad)

- Sibel Polat als Nergiz in „Endland“ (Schauburg - Theater für junges Publikum in München)

- Trigal Sandberger Cañas in „Ich sehe was/Was du nicht siehst“ (Theater der Stadt Aalen)

 

Kategorie „Choreografie“

- Ivan Alboresi für „Giselle“ (Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen/Ballett TN los!)

- Alan Lucien Øyen für „Underdog“ (Staatstheater Mainz/Tanzmainz)

- Andrea Peña für „Let’s talk about Trance“ (Staatstheater Kassel/Tanz Kassel)

 

Kategorie „Regie Schauspiel“

- Jan-Christoph Gockel für „Wallenstein“ (Münchner Kammerspiele)

- Anne Lenk für „Hinkemann“ (Deutsches Theater Berlin)

- Luise Voigt für „Das Buch der Unruhe“ (Düsseldorfer Schauspielhaus)

 

Kategorie „Regie Musiktheater“

- Frank Hilbrich für „Rummelplatz“ (Die Theater Chemnitz)

- Anna Weber für „Die Reise nach Reims“ (Theater Bremen)

- Matthew Wild für „Peter Grimes“ (Theater Bielefeld)

 

Kategorie „Regie Theater für Junges Publikum“

- Hanna Bylka-Kanecka für „Mopps“ (Staatstheater Mainz)

- Catharina Fillers für „Fiesta“ (Echtzeit-Theater)

- Sandra Strunz für „Wimmelstadt“ (Theater der Jungen Welt)

 

Kategorie „Raum“

- Mehmet Akal & Kazim Akal (Bühnenbild & Videoanimation) für „Katzelmacher“ (Münchner Kammerspiele)

- Marlene Lockemann (Bühne) für „Romeo und Julia“ (Residenztheater)

- lda Müller (Bühne) für „Peer Gynt“ (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz)

 

Kategorie „Kostüm“

- Andy Besuch für „Penthesilea & Der zerbrochene Krug“ (Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar)

- Josa Marx für „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ (Schauspiel Frankfurt)

- Carolin Mittler für „Die drei Rätsel“ (Deutsche Oper Berlin)

 

Kategorie „Medien“

- Mehmet Akal & Kazim Akal (Videoanimation), Enik (Komposition & Sounddesign) für „Katzelmacher“ (Münchner Kammerspiele)

- Nils Corte (Inszenierung, Video FX), Phil Hagen Jungschlaeger (Creative Technologist), Lena Rucker (Inszenierung) für „Ich hasse Menschen“ (Theater Altenburg Gera; eine Koproduktion mit Yvonne Schäfer und der Argekultur Salzburg)

- Vincent Stefan (Video) für „Mazeppa“ (Oper Dortmund; eine Produktion in Kooperation mit Palazzetto Bru Zane)

 

Kategorie „Genrespringer“

- Dominik Breinlinger, Julian Kämper, Felix Kruis (3D-Soundtheater), Benno Heisel (Musikalische Leitung, Komposition), Katharina Mayrhofer (Regie) für „Just Listen“ (Bayerische Staatsoper & Schauburg - Theater für junges Publikum in München)

- Ayse Güvendiren für „Dinge über Leben“ (Nationaltheater Mannheim)

- O-Team für „Staub“ (eine Produktion von O-Team in Kooperation mit dem Theater Rampe)

 

Sonderpreise

Auch in diesem Jahr werden wieder der „Preis für das Lebenswerk“ sowie der „Perspektivpreis der Länder“ verliehen. Die Preisträger werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

 

Über die Nominierungen entscheidet eine Jury aus Kultur- und Theaterexperten, darunter Ballettdirektoren, Dramaturgen, Intendanten, Kulturpolitiker und Regisseure, den Mitgliedern der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste sowie des Künstlerischen Ausschusses des Deutschen Bühnenvereins.

 

www.buehnenverein.de

 

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