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Tobias Staab und Govar bringen XR-Installation „Oya“ auf Tour
Die sich über mehrere Jahre erstreckende Transition von Künstlerin/Tänzerin/Model Black Pearl de Almeida Lima liefert den Ausgangspunkt für die neue XR-Installation von Regisseur Tobias Staab. In Kooperation mit dem XR-Studio Govar kreierte er die immersive Choreographie „Oya“ für eine holografische Tänzerin in einer Mixed-Reality-Umgebung.
Die visuell anspruchsvolle Arbeit wirft viele Fragen auf, weit über die biografische Ebene hinaus: Was ist das Wesen von Veränderung? Wie manifetiert sie sich in einem Körper, wie formt sie Identität? Und weshalb ist kein Werden ohne Vergehen zu haben? Die 13-minütige XR-Installation beginnt mit Filmmaterial aus dem Jahr 2020, als Black Pearl noch in einer männlich gelesenen Erscheinung gefilmt wurde, und endet mit Aufnahmen aus dem Jahr 2025, in denen sie in ihrem weiblichen Körper erscheint.
Im Kern greift „Oya“ auf Black Pearls gelebte Erfahrung einer Gender-Transition zurück, nicht als erklärendes Modell, sondern als verkörpertes Wissen: eine Praxis der Überschreitung von Schwellen und des Widerstands gegenüber verhärteten Normen. Von hier aus richtet sich der Blick auf die Potenziale des Körpers, mithin als offene Frage, die sich nicht abschließend beantworten lässt: „Wir wissen noch nicht, was ein Körper vermag“ (Spinoza).
Veränderung schwingt in „Oya“ über verschiedene Ebenen hinweg mit - vom Molekularen bis zum Symbolischen - und öffnet sich zu Übergangsriten zwischen dem Immateriellen, dem Tod und neuen Anfängen. Die Arbeit verwebt frühere und neu aufgezeichnete Bewegtbilder von Black Pearl mit einer digital konstruierten Bildsprache, entwickelt in Zusammenarbeit mit der 3D-Designerin Warja Rybakova und der Govar GmbH, welche zugleich den technischen Rahmen und die immersive Systemarchitektur konzipierte.
In mehreren Projekten hat Govar Technologien entwickelt, die es ermöglichen, den tanzenden menschlichen Körper als holografische Präsenz erscheinen zu lassen, die sich fließend zwischen den unterschiedlichen Ebenen einer Mixed-Reality-Umgebung bewegt. Diese Ebenen bleiben nicht getrennt: Realitäten beginnen sich zu verschieben, ineinander zu gleiten und zu überlagern, bis sich die Unterschiede zwischen dem „Aufgezeichneten“ und „Gerenderten“, dem „Erinnerten“ und dem „Gegenwärtigen“ allmählich auflösen.
Der Weg der Transition erscheint als poetische und immersive Choreographie zwischen Tod und Wiedergeburt - entfaltet in der Mixed Reality als gleichzeitige Erfahrung von Verlust, Transformation und Hervortreten. Eine Komposition des in Berlin lebenden Komponisten Heiko Tubbesing strukturiert die Erfahrung durch abstrakte Klangarchitekturen, die sich zwischen sensorischer Überforderung und clubartiger Euphorie bewegen. Torsten Podraza zeichnete für das Lichtdesign verantwortlich, die Technische Leitung der Produktion übernahm Stefan Göppel (Govar).
Im Juni 2026 startet „Oya“ eine Tour zu drei europäischen Festivals: vom Holland Festival in Amsterdam (13. Juni 2026, Club Raum) geht es zum OMG, Franck! Festival in Basel (16. bis 18. Juni 2026, Tanzhaus) und weiter bis zum Festival der Zukunft in München (2. bis 5. Juli 2026, Museumsinsel).
(Fotos: Tobias Staab)
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