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Deutscher Bühnenverein veröffentlicht Werkstatistik 2024/25

Die neue Ausgabe der Werkstatistik „Wer spielte was?“ für die Spielzeit 2024/25 des Deutschen Bühnenvereins ist ab sofort erhältlich. Sie basiert auf Daten, die 441 professionelle Theater aus Deutschland, Österreich und der Schweiz übermittelt haben, und steht kostenlos als PDF-Download auf der Website des Bühnenvereins zur Verfügung.

 

Stabilität kennzeichnet die Ergebnisse der 78. Ausgabe der Werkstatistik. Mit diesem Begriff lassen sich die Entwicklungen bei Aufführungen, Inszenierungen und Besuchen der Saison 2024/25 am treffendsten zusammenfassen. Die Zahl der Inszenierungen blieb in Deutschland mit 6.936 konstant gegenüber dem Vorjahr (6.358). Die Zahl der Aufführungen blieb mit 74.679 gegenüber 74.794 in 2023/24 ebenfalls fast unverändert, während die Zahl der Besuche um fast 800.000 auf 20.854.689 anstieg.

 

Für Claudia Schmitz, Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Bühnenvereins, ist dieser Zuwachs mit Blick auf die leicht rückläufige Zahl der Aufführungen umso bemerkenswerter, weil weniger Vorstellungen mehr Publikum anzogen: „Die Zunahme der Besuchszahlen um fast vier Prozent ist ein weiteres Anzeichen für die kontinuierliche Wiedergewinnung des Publikums nach dem Corona-Einschnitt in Zeiten multipler Krisen“, sagt sie. „Diese Zahlen dürften in unsicheren politischen Zeiten mehr denn je relevant sein. Deshalb danken wir allen Theatern herzlich für die verlässliche Übermittlung ihrer Daten.“

 

Stabilität ist auch das Stichwort, das die Spielpläne der Saison 2024/25 zusammenfasst. Im Schauspiel hat Georg Büchners „Woyzeck“ mit 25 Inszenierungen seine allein führende Position zwar eingebüßt, dafür hat Suzie Millers „Prima Facie“ mit ebenfalls 25 Inszenierungen deutlich zugelegt. Bei den Uraufführungen im Schauspiel erreichte Roland Schimmelpfennigs Wormser Nibelungen-Adaption „See aus Asche“ in der Regie von Mina Salehpour mit 23.328 Zuschauern ein größeres Publikum als alle anderen Inszenierungen. In der Oper hat sich „Hänsel und Gretel“ mit dreißig laufenden Inszenierungen vor „Die Zauberflöte“ geschoben, die immerhin vier Inszenierungen mehr zu verzeichnen hat als im Vorjahr.

 

Die Redaktion des Theatermagazins „Die Deutsche Bühne“ hatte erstmals für die Spielzeit 2014/15 ein Datenportal zur Erfassung der Zahlen eingerichtet. So lassen sich inzwischen zehn Jahre vergleichen und programmatische Veränderungen im Theaterbetrieb erkennen: Im Schauspiel zum Beispiel werden klassische Autoren weniger gespielt (und besucht): Die Zahl der Shakespeare-Inszenierungen hat sich über die letzten zehn Spielzeiten fast halbiert, ebenso die Inszenierungszahl von Goethes „Faust“.

 

Hingegen ist die Zahl der Bearbeitungen von Shakespeare-Stücken ebenso gestiegen wie die von Überschreibungen zu Goethes „Faust“. Detlev Baur, Chefredakteur der „Deutschen Bühne“ , erkennt in dieser Entwicklung „einen Trend weg vom klassischen Repertoire hin zu alternativen Begegnungen mit dem traditionellen Kanon“. In einem jüngst erschienenen Sonderheft des Magazins werden weitere Veränderungsprozesse in Repertoire und Strukturen der Häuser mit Hilfe ausgewerteter Daten aus Theaterstatistik und Werkstatistik anschaulich gemacht.

 

www.buehnenverein.de

 

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