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Studio Hamburg baut neue Postproduktions-Pipeline mit DaVinci Resolve Studio
Studio Hamburg Serienwerft - das Team hinter „Rote Rosen“, einer der am längsten laufenden deutschen Daily Soaps - hat seinen internen Bild- und Tonpostproduktions-Workflow auf DaVinci Resolve Studio von Blackmagic Design umgestellt hat.
Für die in der ARD ausgestrahlte Serie „Rote Rosen“ wurden seit 2006 mehr als 4.200 Folgen produziert. Seitdem liefert das Team an jedem Werktag eine 48-minütige Dramafolge. Dieses Tempo legte die Grenzen der bisherigen Legacy-Postproduktions-Pipeline offen, da der Druck, Folgen über mehrere Teams hinweg schnell umzusetzen, die starren und wartungsteuren Systeme zusehends überlastete.
„Es gab Jahre, in denen uns vor jeder Staffel gesagt wurde: ‘Das könnte die letzte sein’“, erläutert Jonathan Happ, Postproduktions-Supervisor bei Studio Hamburg Serienwerft. „Zu einem Zeitpunkt überlegten sie sogar, die Folgendauer zu kürzen, um Kosten zu sparen.“ Darauf reagierte Happ mit der Einführung von Blackmagic-Design-Tools für ausgewählte Schritte im Workflow, darunter für ADR, VFX und Audio-Cleanup.
Mit zunehmender Verwendung dieser Tools wurde immer klarer, dass die bestehende Struktur eine zusätzliche Logistikebene schuf, die der Produktion nicht mehr dienlich war. „Alles war auf AAFs, externes Grading und Tontransfers ausgelegt. Das war eine komplette Logistikschicht, die der Produktion nicht weiterhalf“, so Happ. „Wir brauchten ein einheitliches System, das uns im Edit hält, statt im Transport.“
Derselbe Mangel an Kontrolle betraf auch die Infrastruktur, da das Team für Systeme und Dienste stark auf Fremdanbieter angewiesen war. „Ein riesiger Teil des Budgets verschwand monatlich bei diesen Anbietern“, sagt Happ. „Wir besaßen weder die Tools noch die Infrastruktur.“ Ein Wendepunkt sei gekommen, als Happ die KI-Stimmtools von DaVinci Resolve Studio auf eigenem Dokumentationsmaterial testete, um starkes Hintergrundrauschen zu bereinigen.
Die Ergebnisse hätten ihn veranlasst, den Test dem erweiterten „Rote Rosen“-Team vorzustellen. „Nach diesem Test wurde dem gesamten Team klar, dass Resolve vieles von dem übernehmen kann, was wir zuvor extern ausgelagert haben“, so Happ. Dies habe ein grundlegendes Umdenken in Sachen Postproduktion ausgelöst, angeführt von Studio-Hamburg-Serienwerft-Geschäftsführer und Produzent Jan Diepers.
DaVinci Resolve Studio steht nun im Zentrum eines neuen Inhouse-Workflows, der Montage, VFX, Farbe, Audio und Export umfasst und von einem NAS-Server mit Open-Source-Software unterstützt wird. „Die Ausstattung mit Resolve gibt uns die Freiheit, eigene APIs einzubinden und Storage nach unserem Bedarf zu managen, und beseitigt noch dazu Lizenzbeschränkungen,“ erklärt Happ. „Und beim Hochskalieren muss die Infrastruktur nicht mehr verdoppelt werden wie früher.“
Studio Hamburg hat zudem API-gesteuerte Automatisierungen für Review-Exporte, Task-Management, Lieferungen an Score-Komponisten, Metadaten-Transfers und andere Routineübergaben eingeführt. Dies reduziere repetitive Supervisionsarbeit und gabe dem Post-Team eine vorhersagbare Kontrolle über den Tagesbetrieb.
Editoren können nun vorgefertigte Fusion-Templates für Effektarbeiten nutzen, die zuvor ausgelagert werden mussten, während die Produktion Grading-Styles entwickelt, die die alte Pipeline nicht leicht unterstützte. Der neue Workflow vereinfache auch die Personalrekrutierung: Happ sei aufgefallen, dass es dem Team leichter falle, bereits mit DaVinci Resolve Studio vertraute Junior-Editoren anzuwerben.
Gleichzeitig reduziere die gestraffte Pipeline die täglichen Overhead-Kosten der Postproduktion: „Das Wegfallen des Roundtripping zwischen Editing, Audio, Encoding und Effekt-Applikationen spart uns bereits zehn bis fünfzehn Stunden pro Woche“, so Happ. „Es bedeutet auch, dass wir nicht mehr im Prozess-Reaktionsmodus feststecken, sondern klarer bedenken können, was die Produktion als Nächstes braucht.“
(Fotos: Blackmagic Design/Studio Hamburg)
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